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20er Jollenkreuzer


Aus gewöhnlich gut unterrichteten Holzbootkreisen verdichten sich die Gerüchte, daß ich angeblich nicht mit einem fertigen Schiff leben könnte - nun, das stimmt so nicht (ganz)... Vielmehr ist eher eine Therapie zur Ablenkung zum beruflichen Streß.

Natürlich bin auch ich einmal froh endlich fertig zu werden. Aber ein Kielschiff hat das grundsätzliche Problem mit dem Liegeplatz. Zudem wollte ich immer schon ein Schiff in dem man auch mal nächtigen oder wasserwandern kann. Gleichzeitig sollte es aber zum Regattasegeln geeignet sein, all dies paßt auf den 20er Jollenkreuzer recht gut.

Auf der Marktplatzseite des Freundeskreis Klassischer Yachten fand ich einen Typen, der mich anzog. Baujahr 1956 bei Lorenz Huber in Prien am Chiemsee, seit 20 Jahren vom gleichen Skipper (der auch noch Bootsbaumeister ist) gepflegt. Fällig ist jetzt ein neuer Schwertkasten, sowie ein neues Schwert.... also auf zum neuen Projekt. Dem jetzigen Eigner war es wichtig einen Nachfolger zu finden, der Holz "lebt" - da habe ich mich einfach mal gemeldet und den Zuschlag erhalten, was mich natürlich sehr freut.

Der 20er "R 525" wird demnach wieder nach Bayern zurückkehren. Er heißt nun "King Louie". Das paßt mehrfach: erstens bin ich Jazzfan, zweitens komme ich mir in unserem Lande zunehmend mehr als großer "Affe" vor und drittens wird die erste Tonaufnahme "Wanna be like you" für den Film "Das Dschungelbuch" (dort ist "King Louie" sehr flott unterwegs) - Louis Armstrong zugeschrieben. Und - so ganz neu ist dieser Name für die Segelnummer R 525 auch nicht, denn schließlich hieß sein erster Eigner mit Nachnamen König...

Ein paar Bilder gibt es schon vom alten Lagerplatz und der Abholung. Leider mußte ich ihn verkaufen... Man findet ihn jetzt wieder an seinem ersten Revier, in welches er 1956 ausgeliefert wurde: das Steinhuder Meer - Schicksal, Fügung...? Ich bleibe dabei: "Holzboote finden Ihre Eigner - nicht der Eigner findet"!